Interview mit Regisseur Peter Thorwarth

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Hallo Peter, es freut mich dich heute bei Kittyboom begrüßen zu dürfen, es gibt für mich nur einen wirklich wahren Film, einer meiner Lieblingsstreifen "BangBoomBang", vergessen wir aber auch nicht "Was nicht passt wird passend gemacht" ebenso ein obercooler Streifen und ich bin jetzt ganz gespannt auf dein nächstes Werk "Goldene Zeiten", lass uns aber vorab erstmal ein bißchen über dich und dein Leben plaudern.

Stell dich doch bitte kurz vor, damit meine Leser ein paar Eindrücke von dir sammeln können, wie z.B. Alter, Herkunft, jetziger Wohnort, Familie und Geschwister etc.

Mein Name ist Peter Thorwarth, ich bin Regisseur, mein erster Film den ich gemacht habe war "BangBoomBang", dann kam "Was nicht passt wird passend gemacht" und jetzt mein dritter eben "Goldene Zeiten". Ich bin 34 Jahre alt, lebe in Berlin und komme ursprünglich aus Dortmund, da bin ich geboren und in der Kleinstadt in der meine Filme spielen bin ich aufgewachsen, die Stadt heisst Unna.

Wie, wann und wo hast du das erste Mal entdeckt, dass Filmen eine Leidenschaft von dir ist, oder besser werden könnte? Gab es in deiner Familie jemanden, der dich schon von Kind an dafür begeistern konnte, oder wie kam es genau dazu?

In der Stadt Unna gab es einen Schmalfilmclub, die hatten einen Jugendwettbewerb ausgerichtet, da waren wir damals glaube ich 13 Jahre oder so, Kumpels und ich und da wurden damals noch diese Super-8 Tapes ausgegeben und da hatte man ein Wochenende Zeit um dann diese Kassette vollzudrehen, man konnte natürlich nichts Schneiden, dass musste alles in der Kamera passieren und das haben wir damals mit unserem kindlich, naiven Charme auch gewonnen. Das war dann die Motivation für mich da auch weiterzumachen und wir haben das dann auch so 2-3 Jahre intensiv verfolgt, wobei unser ganzes Taschengeld draufgegangen ist, bis zu dem Zeitpunkt in der Oberstufe, da wurde einem eingetrichtert, sich jetzt endlich mal dem Ernst des Lebens zu stellen und da bin ich kurzfristig von meiner Leidenschaft abgerückt.

Laut meiner Informationen hast du zwischen 1990 und 1992 Zahnmedizin und Kommunikationsdesign in München und Augsburg studiert, wie kam es zur Zahnmedizin und wie ging es nach 1992 weiter mit deiner Karriere, erzähl uns doch bitte was danach alles folgte?

Ich hatte mich Naturwissenschaftlich orientiert, es kam eben auch dazu das wir einen Zahnarzt in der Familie hatten und dies gesellschaftlich noch ein gross anerkannter Beruf war und dann habe ich mich mal darauf eingelassen, obwohl mir eigentlich schon ganz früh klar war, dass es eigentlich nicht mein Job sein würde. Ich hatte aber zumindestens die Gelegenheit damit nach München zu gehen, wo es ja die Filmhochschule gibt und da habe ich mich dann ein bisschen umorientiert, somit wollte ich dann natürlich gerne auf die Filmhochschule, leider kam dann ein Skiunfall dazwischen, da konnte ich dann zu der Zeit eine Mappe zeichnen für Grafikdesign und dann bin ich dann auch angenommen worden und habe erstmal 2 Jahre in Augsburg studiert und danach hat es dann auch mit der Filmhochschule geklappt.

Videoclips hast du ja auch schon gemacht, erzähl uns doch bitte ein bisschen davon.

Ja Videoclips hab ich gemacht mit den Beatsteaks, den Toten Hosen, Ferris MC, H-Blockx, dann für Martin Yondo (aktuelle Single von dem Film Goldene Zeiten). Die H-Blockx haben damals den wesentlichen Soundtrack für BangBoomBang gemacht.

War das einmalig, ich meine die Zusammenarbeit mit den H-Blockx z.B., oder steht ihr noch in Verbindung miteinander?


Wir haben einen sehr intensiven freundschaftlichen Kontakt, der Henning von den H-Blockx hatte mich eben noch angerufen, der hilft mir ein bisschen bei dem neuen Video was wir gedreht haben, also die Kontakte bestehen nach wie vor.

Wie sieht es aus mit Auszeichnungen und Preisen, da gab es ja schon so allerhand für dich, wie z.B. den deutschen Medienpreis etc.?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es für mich nicht so bedeutsam ist, ich blicke eher in die Zukunft, das einzige was hier steht an Preisen, ist vielleicht auch ein bisschen Spinnerei von mir, das ist der Viva-Comet, der sieht ganz schön aus, der Rest der Preise steht in München etwas angestaubt bei der Produktionsfirma im Regal.

Ich komme jetzt mal auf mein Lieblingsthema, das Ruhrgebiet, dadurch das ich ja selbst in der Nähe aufgewachsen bin, ich finde das Ruhrgebiet hat einfach Kultur, Charme, was jeder einzelne auch immer darunter versteht, was gibt dir das Ruhrgebiet, da du ja auch in den Filmen es immer so ein bisschen in den Vordergrund stellst, was ist dir dort wichtig in Bezug auf die Menschen und das Drumherum, das Ruhrgebiet hat halt einfach was, wie würdest du es erklären, was bedeutet es für dich?

Die Menschen sind ja sehr direkt und offen, damit kann ich eigentlich sehr gut umgehen, das ist etwas für mich, was ich zeige, obwohl es gibt ja auch andere Leute, mein neuer Film zeigt ja doch eher so den anderen Typus, der Neureichen im Ruhrgebiet, die jetzt versuchen ihre Wurzeln abzustreifen und dann aber auch grandios scheitern.

Kannst du uns bitte einen kurzen Einblick geben über den Film Goldene Zeiten, Hintergrund des Films, was genau geht da ab? Ist es eine Anknüpfung an BangBoomBang, oder hat es mit dem Streifen gar nichts zu tun?

Nein, teilweise ist es schon eine Anknüpfung, für mich ist es jetzt die logische Weiterführung von BangBoomBang, nun bin ich jetzt 7 Jahre älter und habe eine andere Sichtweise auf die Dinge, da hat sich dahingehend auch die Tonart geändert, er ist jetzt nicht mehr so vordergründig lustig, es gibt natürlich immer noch was zu lachen, aber es gibt auch sehr ernste Momente, die durchaus auch verstanden werden. Da bin ich ganz stolz drauf, das mir das gelungen ist, da jetzt auch mal so ein bisschen ein anderes Thema mit einfliessen zu lassen.

An welchen Orten habt ihr gedreht?

Hauptsächlich war es ein Golfclub wo wir gedreht haben, das war das zentrale Motiv, um das es sich ja auch dreht in der Geschichte, teilweise haben wir im Studio gedreht, oder in Wohnungen, aber es waren jetzt nicht so unglaublich spektakuläre Drehorte, sondern es geht ja auch ein bisschen um das alltägliche dabei.

Wie lange hast du an dem Drehbuch gearbeitet?

Gedanklich habe ich das zusammen mit einem Kumpel entwickelt, da haben wir uns  Zeit mit gelassen, sind auch immer wieder davon abgekommen, haben zwischendurch noch andere Sachen gemacht, haben aber so ungefähr zwei Jahre gebraucht, aber das Schreiben ist eher so ein physischer Prozess, da habe ich glaube ich für die erste Fassung jetzt einen Monat dran gesessen.

Drehtage? Wie lange ging die ganze Sache?

41 Drehtage, es ist ein langer Film geworden, also von daher in Ordnung.

Musik gibt es auch, wer hat da mitgewirkt?

Da habe ich einen Komponisten in Berlin getroffen, Kraans de Lutin, der lebt auch schon längere Zeit in Berlin, ich habe ihn auch hier erst kennengelernt und muss sagen, das war eine Traumzusammenarbeit. Unseren Abspannsong, für den ich jetzt das Video gedreht habe, da heisst der Interpret Martin Jondo und da hatte er den Song auch mit produziert, der läuft jetzt auch momentan auf MTV und jetzt wollen wir mal gucken, wie hoch wir den Song in die Charts pushen.

Was hörst du privat für Musik?

Es gab eine Zeit wo ich sehr viel Punkrock gehört habe, das hat sich dann allmählich immer mehr in Black Music umgewandelt, viel HipHop habe ich immer schon gehört und jetzt grade ist es so, dass ich wieder sehr offen bin für alle Musikrichtungen, weil man dann doch merkt, wenn man dann irgendwann zu eingleisig fährt sich dann auch zuviel damit verbaut, aber HipHop ist hauptsächlich mein Ding.

Wie schaut es aus mit Lieblingsfilmen bei dir?

Also da bin ich auch relativ offen, sicher gibt es Filme die mich stark beeinflusst haben, wie z.B. Fargo, Jackie Brown, aber es gibt auch durchaus Filme, die in eine andere Richtung gehen und mir dann auch gefallen, gerade weil das jetzt so gar nicht mein Ding ist, wo ich dann einfach reingehen kann und sagen kann, schön das es mich dann so auf einer ganz anderen Ebene unterhalten kann, da bin ich auch kein Fanatiker, es ist einfach abhängig von meiner Tageslaune ob mir der Film gefällt oder nicht.

Goldene Zeiten läuft wann an? Wie siehts aus mit der Premiere?

Am 26 Januar läuft der Film an, Premiere war schon eine im Ruhrgebiet, jetzt machen wir nochmal eine in Berlin.

Im Ruhrgebiet war dort die Premiere ausverkauft? Volle Hütte? Wie war die Stimmung?


Es war ausverkauft und sehr gute Stimmung.

Nun bin ich absolut gespannt auf "Goldene Zeiten" und freue mich auf den Kinostart, ich weiss es wird hammercool und ich bin mir sicher du hast alles gegeben.

Ich danke dir lieber Peter für die kostbare Zeit, ich weiss momentan bist du einfach wahnsinnig im Stress durch den Film und ich drücke dir fest die Daumen für den Start.

Danke dir für das Interview

Astra

 

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